Mödlareuth – dazu fällt euch bestimmt genauso wenig ein wie uns bis vor kurzem.

Doch nach unserem politischen Bildungsseminar wurden uns viele tolle Eindrücke von diesem kleinen Dorf an der thüringisch-bayerischen Grenze vermittelt. Mit Schülern unseres Alters vom Ulf-Merbold-Gymnasium in Greiz (Thüringen) durften wir gemeinsam in das Thema des DDR-Unrechtsstaats eintauchen, und zwar in einer Intensität, wie das im „normalen“ Geschichtsunterricht so nicht möglich gewesen wäre. Spannend waren dabei nicht nur die neuen Bekanntschaften, sondern auch die Gespräche etwa mit Herrn Sippel, dem Greizer Begleitlehrer.
Mödlareuth, auch als „little Berlin“ bekannt, wurde mit den Staatsgründungen 1949 geteilt. Dadurch wurden Freunde, Familie und Nachbarn auseinander gerissen und durften sich erst 1989 mit dem Fall des Eisernen Vorhangs wieder in die Arme schließen.
Dies konnten wir hautnah erfahren, da noch Teile der Mauer und der ehemaligen Grenzanlagen vorhanden sind. Durch Akten, Referenten und Zeitzeugen wurden uns Fluchtversuche in die Bundesrepublik näher gebracht. Diese Erfahrungen haben uns in einem besonderen Maße geholfen, die Situation damals besser nachzuvollziehen und zu realisieren, wie totalitär und freiheitsberaubend diese „Demokratie“ wirklich war.
Wir freuen uns, eine der Schulen zu sein, der so ein Seminar durch die Bayerische Landeszentrale ermöglicht wird!

Nike Kirnbauer, Natalie Heiler, Christina Gondi (10a)