Zu ungewohnter Theaterzeit, morgens früh um 09.30 Uhr, tummelte sich vor dem Landestheater in Bregenz eine große Schar recht ungewohnter Gäste:

Oberstufenschüler aus den umliegenden weiterführenden Schulen warteten auf den Einlass in das gänzlich ausverkaufte Haus, darunter auch 73 Schülerinnen und Schüler der Q11 des Valentin-Heider-Gymnasiums.
Der Andrang erklärte sich aus dem Stück, das auf dem Programm stand: „Faust I“ – Pflichtlektüre offensichtlich nicht nur der bayerischen Gymnasien. Die moderne und teilweise mit unerwarteten Gags gespickte Inszenierung auf einem sehr reduzierten, aber wirkungsvollen Bühnenbild trug zu einem vergnüglichen Theatervormittag bei, auch wenn nicht immer von allen Besuchern alles verstanden wurde. So verwunderte z. B. manchen, weshalb Mephisto nur mit einem Schuh auftrat – eine Andeutung seines Bocksfußes – oder warum der ältere Faust und der jüngere Mephisto nach der Hexenküche die Rollen tauschten, doch das kurzweilige und teilweise recht überraschende Spiel zog immer wieder in seinen Bann.
So hielt das junge Publikum, obwohl die angekündigte Spielzeit von vier Stunden tatsächlich eingehalten wurde, tapfer mit und spendete am Schluss begeisterten Applaus.

Karin Ulrich

Faust1
In gespannter Erwartung vor Beginn der Aufführung
Faust2
Faust bei seinem berühmten Eingangsmonolog
Faust3
In der Hexenküche, kurz vor der Verjüngung des alten Faust