Im Rahmen unseres Wahlfachs „Rechtsextremismus – ein deutsches Phänomen“ hatten wir die Ausstellung „Eine Oase des Friedens“ vom 25.10.12 bis 18.11.12 bei uns an der Schule zu Besuch.

Diese Wanderausstellung über die ehemalige jüdische Mädchenschule in Wolfratshausen besteht bereits seit 2002 und wurde von sieben Frauen des Wolfratshausener Historischen Vereins ins Leben gerufen. Sie erzählt von der Geschichte einer Haushaltungsschule, die gegründet worden war, um Mädchen koscheres Kochen und mit dem jüdischen Glauben konforme Haushaltsführung beizubringen. Genau diese Schule sollte mit der Machtübernahme der Nazis ein Zufluchtsort für jüdische Mädchen werden.
Was das mit Rechtsextremismus und damit auch thematisch mit unserem Wahlfach zu tun hat? Ganz klar! Das Gedankengut der Nazis bildet die ideologischen Wurzeln für rechte Ideen im 21. Jahrhundert.
Um Informationen über das Judentum zu sammeln, waren wir zunächst im jüdischen Museum in Hohenems, was sehr aufschlussreich, aber zugleich auch erschreckend war, denn uns wurde dort erst so richtig bewusst, dass der Antisemitismus bei uns am Bodensee ebenfalls stark verbreitet war.
Auch machten wir einen Spaziergang über die Insel, bei dem wir den Spuren des Nationalsozialismus hier bei uns zuhause folgten. Aber anstatt dass alle Fragen beantwortet waren, sammelten wir viele Neue. Deshalb besuchte uns auch der Stadthistoriker Karl Schweizer.
Parallel zu unseren Recherchen planten wir im Wahlfach die Eröffnung der Ausstellung, die Moderation, den Aufbau und vieles andere. „Alles schweiget“, ein Kanon, der im dazu gehörenden Film von der Überlebenden Ruth Schaal Neumark angestimmt wurde, berührte uns am Meisten. Schön, dass der Unterstufenchor diesen Kanon bei unserer Eröffnung zum Besten gab!

Sehr beeindruckend fanden wir die Tatsache, dass die älteren Damen, trotz der traumatisierenden und lebensbedrohlichen Jugendjahre, ihren Lebensabend fröhlich und offen erleben. Zum Nachdenken brachte uns auch die Aussage von Ruth Laupheimer, einer weiteren Überlebenden: „Ich habe kein Problem mit jungen Menschen aus Deutschland, jedoch bei meiner Generation, … da fängt man schon an, nachzudenken, weil man ja nie weiß, was die während des Krieges gemacht haben.“

Oase des Friedens