Die Ernst-Hensler-Stiftung möchte junge Menschen dazu aufrufen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und für sich und die Gesellschaft Verantwortung übernehmen. Um diesen mit 1.500 Euro großzügig dotierten Preis zu gewinnen, können Abiturienten an den jeweiligen Lindauer Gymnasien eine anonyme Bewerbung einreichen, die sowohl eine Stellungnahme zum persönlichen sozialen Engagement als auch einen Essay zu drängenden aktuellen gesellschaftlichen Themen beinhaltet.    

Die diesjährigen Preisträgerinnen, Romy Bornscheuer (Bodensee-Gymnasium) und Alma Weißenborn (Valentin-Heider-Gymnasium), überzeugten durch ihren persönlichen Beitrag in der Gesellschaft und durch ihre Ideen sowie ihre Visionen. Die Schülerinnen begreifen Kinder als den Schlüssel zur Gesellschaft, weshalb sich beide sowohl schulintern als auch beispielsweise in Flüchtlingsprojekten, Klettergruppen des DAV Lindau oder beim Rollstuhlbasketball mit Kindern engagieren.

Romy Bornscheuer möchte direkt im Anschluss an die Abiturfeier nach Namibia fliegen, um dort in einem Betreuungsheim für Kinder mitzuarbeiten. „Kindern eine Chance zu geben“ ist auch Thema ihres Essays, in dem sie argumentiert, dass ohne Bildung grausame Zustände, wie zum Beispiel Kinderprostitution, Ausbeutung und Fundamentalismus nicht bekämpft werden können.

Nachhaltige Umwelt- und Bildungspolitik ist auch Alma Weißenborn ein Anliegen. Sie argumentiert am Beispiel der Emissionsminderung der Treibhausgase, dass nachhaltige Umweltpolitik ohne eine entsprechende Bildung nicht möglich ist, und beleuchtet dabei die Rolle der führenden Industriestaaten in einem sehr kritischen Licht.

Beide Gymnasien begreifen diesen großzügigen Preis der Ernst-Hensler-Stiftung als Ansporn, ihren Fokus mit Sorgfalt auf solche Qualitäten und Talente ihrer Schüler zu richten, die sich oft im Verborgenen entfalten. „Indem diese Qualifikationen öffentlich mit dem Abiturpreis „Verantwortung wagen“ hervorgehoben und belohnt werden, bekommt die abstrakte Debatte über angeblich fehlende Werte in unserer Gesellschaft ganz konkrete Inhalte“, betont der Stiftungsgründer und gebürtige Lindauer Ernst Hensler.